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Jahresabschluss der Stadtwerke Gelsenkirchen GmbH und Tochtergesellschaften

von Janin Meyer-Simon

  • Corona-Pandemie trifft die SG-Gruppe wirtschaftlich
  • Konzernverlust von rund 7,3 Millionen Euro
  • REVIERDIALOG: Neuer Unternehmensbereich der SG
  • SPORT-PARADIES und Bäder: Pandemie schränkt Angebot ein
  • ZOOM Erlebniswelt: Corona-Zooförderung des Landes NRW unterstützt mit 800.000 Euro
  • emschertainment: Umbau der Heilig-Kreuz-Kirche läuft planmäßig
  • GELSEN-LOG.: Weitere umfangreiche Investitionen in die Hafeninfrastruktur
  • GELSEN-NET: Auf dem Weg zum führenden Glasfaseranbieter in der Region

Gelsenkirchen, 15. Juli 2021. Die Stadtwerke Gelsenkirchen GmbH (SG) und ihre Tochtergesellschaften haben das Geschäftsjahr 2020 mit einem Konzernverlust in Höhe von rund 7,3 Mio. Euro (Vorjahr: 4,4 Mio. Euro) abgeschlossen und bestätigen mit diesem Ergebnis die vorherige Wirtschaftsplanung. Die SG-Gruppe erzielte im Jahr 2020 Umsatzerlöse in Höhe von 61,6 Mio. Euro (Vorjahr: 66,2 Mio. Euro). Die Bilanzsumme im Konzern steigerte sich vor allem aufgrund der Investitionen in die Energie- und Telekommunikationsnetze um rund 10 Prozent.

Im Jahr 2020 beschäftigte die SG-Gruppe insgesamt 774 Arbeitnehmer*innen. Zusätzlich absolvierten 54 Auszubildende ihre Berufsausbildung in den verschiedenen Ausbildungsberufen der Unternehmensgruppe. Anfang August 2021 starten wieder 14 neue Auszubildende bei der SG und den Tochterunternehmen. 

Auch für die SG-Gruppe stand das vergangene Geschäftsjahr vor allem unter dem Eindruck der Corona-Pandemie. So belastete diese vor allem die Betriebe ZOOM Erlebniswelt und SPORT-PARADIES und Bäder, sowie die Unternehmen emschertainment und GELSEN-LOG. mit dem Geschäftsbereich Best Western Hanse Hotel durch erzwungene Schließungen und damit verbundene Umsatzrückgänge. Insgesamt belaufen sich die Einbußen durch die Corona-Pandemie auf rund 2,7 Mio. Euro. In den Schließungsphasen nutzte die SG-Gruppe die Möglichkeit der Kurzarbeit und konnte damit weitergreifenden Verlusten entgegenwirken.

Netzgeschäft als Haupteinnahmequelle
Nach der absehbaren Verringerung der Pachterlöse für das Strom- und Gasnetz in Gelsenkirchen von der Emscher Lippe Energie GmbH im Jahr 2019 (8,7 Mio. Euro), steigerte sich die Haupteinnahmequelle der SG im vergangenen Jahr wieder um 24 Prozent auf 10,9 Mio. Euro. Der Anstieg der Pachterlöse ist auf die volle Inanspruchnahme der variablen Pacht in Höhe von 2 Mio. Euro zurück zu führen. Allerdings werden die Pachterlöse in den nächsten Jahren geringer ausfallen.

REVIERDIALOG: Neuer Unternehmensbereich der SG
Mit der Markteinführung im August 2019 gibt es einen weiteren SG-Unternehmensbereich. Das ehemalige Communication Center firmiert seitdem unter dem Namen REVIERDIALOG und ist Spezialist für maßgeschneiderte Branchenlösungen mit Schwerpunkt Kundenkommunikation, insbesondere in den Bereichen Energie- und Abfallwirtschaft, Freizeit und Kultur, Telekommunikation sowie kommunale Dienste. Mit ca. 150 Mitarbeiter*innen und mehr als 20 Jahren Erfahrung hat sich REVIERDIALOG schon jetzt fest am Markt etabliert.
 
Seit Anfang März 2020 unterstützt REVIERDIALOG die Stadt Gelsenkirchen maßgeblich bei der Corona-Hotline. Aufgrund der technischen Infrastruktur und dem bestehenden Personal konnte REVIERDIALOG kurzfristig auf die Anforderungen der Stadt reagieren, als es notwendig war, das immense Anrufaufkommen zu bewältigen. In der Spitze befanden sich 34 Mitarbeiter*innen in Bereitschaft, um die Corona-Hotline zu bedienen.

REVIERDIALOG verzeichnete 2020 einen Umsatzerlös von 6,7 Mio. Euro (Vorjahr: 6,3 Mio. Euro) und bediente rund 900.000 Kundenkontakte.

SPORT-PARADIES und Bäder: Pandemie schränkt Angebot ein
Der Unternehmensbereich SPORT-PARADIES und Bäder war 2020 stark durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Bereits zu Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 mussten alle Bäder schließen. Mit Beginn der Freibadsaison konnten die Bäder nach und nach wieder für den öffentlichen Betrieb zur Verfügung gestellt werden. Die Wiedereröffnung erfolgte unter den Auflagen der jeweils gültigen Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen, was zu einem deutlich erhöhten Personaleinsatz zur Einhaltung und Überwachung der Abstandsregelungen führte. Nach Wiederöffnung konnten erst ab dem 31. August 2020 Kurse angeboten werden. Zusätzlich wurde der Eintrittspreis aufgrund der Angebotsbeschränkungen im SPORT-PARADIES um 30 Prozent reduziert. Dadurch wurden die Umsatzerlöse insgesamt deutlich negativ beeinflusst.

Die erneute Schließung aller Bäder wurde ab dem 2. November 2020 notwendig.

Durch die Schließungsphasen der Bäder konnten im Gegenzug die Energie- und Wasserkosten sowie die Instandhaltung erheblich reduziert werden. Auch die Personalkosten fielen geringer aus, da sich zeitweise alle Mitarbeiter*innen in Kurzarbeit befanden und keine zusätzlichen Saisonkräfte eingesetzt wurden. So konnten die negativen finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie zumindest teilweise kompensiert werden.

Die Emscher-Lippe-Halle wurde 2020 zunächst zum Covid19-Behandlungszentrum, dann zum Testzentrum und letztendlich zum Impfzentrum umfunktioniert. Eine Eissaison konnte daher bislang nicht wieder stattfinden. Auch bis zum Jahresende 2021 rechnet die SG nicht mit der ursprünglichen Nutzung der Eissporthalle.  

Insgesamt besuchten im letzten Jahr 206.996 Gäste (Vorjahr: 590.783) die Bäder in Gelsenkirchen. Der Bäderbetrieb erzielte somit Umsatzerlöse in Höhe von rund 1 Mio. Euro (Vorjahr: 2,4 Mio. Euro).

ZOOM Erlebniswelt: Corona-Zooförderung des Landes NRW unterstützt mit 800.000 Euro
Im Geschäftsjahr 2020 war die ZOOM Erlebniswelt aufgrund der Corona-Pandemie 112 Tage geschlossen. Normalerweise können Besucher*innen 365 Tage im Jahr auf die Weltreise an einem Tag gehen. So sorgten begrenzte Besucherzahlen und ein eingeschränktes Produktangebot für eine Verringerung der Erlöse um rund 3,6 Mio. Euro.

Da während der Schließungsphasen die Einnahmen durch Eintrittsgelder ausblieben, Kosten für Tierpflege, Futter, Medikamente und Instandhaltung allerdings weiterhin anfielen, hat sich die Landesregierung NRW dankenswerterweise zu einem Corona-Hilfspaket für die Zoos in NRW entschlossen. Hierdurch erhielt die ZOOM Erlebniswelt eine einmalige Hilfe in Höhe von 800.000 Euro.

Trotz Corona-Pandemie konnte im Juni letzten Jahres ein besonderes Highlight in der Erlebniswelt Afrika eröffnet werden – eine neue Pinguinanlage, die STEAG Fernwärme Pinguin Bay. Insgesamt bewohnen 24 Brillenpinguine die großzügig und naturnah gestaltete Anlage und können an Land sowie durch eine Unterwassereinsicht auch beim Schwimmen und Tauchen beobachtet werden.

Insgesamt gingen im letzten Jahr 532.962 Besucher*innen (Vorjahr: 838.212) im Gelsenkirchener Zoo auf die Weltreise an einem Tag.

emschertainment: Verpachtung der Gastronomiesparte
Nach einem sehr vielversprechenden Start in das Geschäftsjahr 2020, mit etlichen ausverkauften Veranstaltungen in allen Formaten, setzte die Corona-Pandemie dem Veranstaltungsgeschäft der emschertainment mit dem ersten Lockdown im März ein abruptes Ende. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten 41 Veranstaltungen mit Künstler*innen wie beispielweise Felix Lobrecht, Kurt Krömer, Markus Krebs, Lisa Eckhart oder Nicole Jäger in Gelsenkirchen durchgeführt werden.

In den Sommermonaten wurde mit dem Gesundheitsamt der Stadt Gelsenkirchen sowie in Absprache mit der SG ein Hygieneschutzkonzept für die normalerweise 2.200 Besucher fassende Emscher-Lippe-Halle entwickelt, wonach ein reduzierter Betrieb mit 490 Besuchern unter Einhaltung der Abstandsregeln möglich wurde. Dieser Betrieb konnte leider nicht lange aufrechterhalten werden, da es bereits im Oktober zu verschärften Corona-Regularien und einer damit verbundenen erneuten Einstellung des Veranstaltungsgeschäfts kam.

Im Jahr 2020 waren die 41 Veranstaltungen zu rund 88 Prozent ausgelastet. Weniger als 30 Shows mussten komplett abgesagt werden, während weit mehr als 40 Vorstellungen ins Jahr 2021 verlegt werden konnten.

Die Mitarbeiter*innen der emschertainment waren im Jahr 2020 weiterhin beratend in die Konzeptions- und Planungsarbeiten zum Umbau der Heilig-Kreuz-Kirche in Gelsenkirchen-Ückendorf eingebunden. Die Versammlungsstätte für bis zu 800 Besucher*innen soll in der ersten Hälfte 2022 den Betrieb unter der Regie der emschertainment aufnehmen.

Aufgrund der schwierigen Marktsituation wurde im Dezember 2020 ein Vertrag über die Verpachtung der Gastronomie in der ZOOM Erlebniswelt und dem SPORT-PARADIES mit der Aramark Restaurations GmbH verhandelt und unterzeichnet. Dieser trat mit Wirkung zum 01. Februar 2021 in Kraft. Die emschertainment wird sich somit zukünftig ausschließlich auf das Veranstaltungsgeschäft konzentrieren.

GELSEN-LOG.: Weitere umfangreiche Investitionen in die Hafeninfrastruktur
Im Hafen entwickelten sich die Umsatzerlöse besser als geplant. Trotz der Corona-Pandemie konnte der Umschlag (Schiff und Schiene) im Vergleich zum Vorjahr (1,93 Mio. Tonnen) geringfügig auf 1,95 Mio. Tonnen gesteigert werden. Auch die erstmalige Erbringung von Dienstleistungen im Rahmen der Zugüberwachung und der wagentechnischen Untersuchung für BP und diverse weitere Eisenbahnverkehrsunternehmen wirkte sich positiv auf die Ertragslage aus.

Die Firma BP erweitert derzeit ihre Logistikkapazitäten im Gelsenkirchener Stadthafen. Infolgedessen hat GELSEN-LOG. die letzten zwei Jahre umfangreiche Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur getätigt, neue Lokomotiven angeschafft und einen neuen Lokschuppen inklusive angrenzendem Verwaltungsgebäude gebaut. Auch die Anzahl der Mitarbeiter wurde auf insgesamt 30 aufgestockt, um das zukünftige Aufgabenpensum und den notwendigen Wechsel vom Zweischichtbetrieb (Montag - Freitag) auf einen Kontischichtbetrieb (24/7) bewältigen zu können. GELSEN-LOG. ist bereits jetzt bestens gewappnet für die zukünftigen Aufgaben.

Die wohl am stärksten von der Coronakrise betroffene Branche ist das Hotel- und Gastgewerbe. Dies beeinflusste nicht zuletzt auch die Geschäftsentwicklung des Best Western Hanse Hotel in Warnemünde. Das Hotel musste im Frühjahr 2020 sowie im 4. Quartal 2020 vollständig geschlossen werden. Dies führte zu einem deutlichen Umsatzeinbruch. Das beliebte Strandhotel konnte im Jahr 2020 eine Zimmerbelegung von 47,6 Prozent (Vorjahr: 83,4 Prozent) erreichen. Das entspricht einem Einbruch von rund 36 Prozent.

Im Geschäftsjahr 2020 wurde GELSEN-LOG. darüber informiert, dass der Pachtvertrag für das Best Western Hanse Hotel nach Ablauf von 30 Jahren durch die Stadt Rostock gekündigt wird. Somit war GELSEN-LOG. gezwungen, den Betrieb des Hotels aufzugeben.

Um eine geordnete Abwicklung der Betriebsstillegung des Hotels und eine korrekte Übergabe der Immobilie zu gewährleisten, wurde das Best Western Hanse Hotel in Warnemünde zum 31. Januar 2021 stillgelegt und geschlossen. Die Arbeitsverhältnisse der in dem Hotel beschäftigten Arbeitnehmer*innen wurden betriebsbedingt beendet. In diesem Zusammenhang wurde zwischen der GELSEN-LOG. und dem Betriebsrat ein Interessenausgleich vereinbart. Im Weiteren wurde zwischen der Gesellschaft und dem Betriebsrat der Gesellschaft ein Sozialplan zur Milderung der wirtschaftlichen Nachteile, die den betroffenen Arbeitnehmer*innen entstehen, geschlossen.
GELSEN-LOG. erzielte im Geschäftsjahr 2020 einen Verlust in Höhe von 2,1 Mio. Euro (Vorjahr:  Jahresüberschuss 1,2 Mio. Euro), der im Rahmen eines Ergebnisabführungsvertrages durch die SG ausgeglichen wurde. Das Ergebnis ist deutlich schlechter als ursprünglich geplant. Dies ist insbesondere auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Hotelgewerbe sowie auf die Stilllegungskosten des Hotels in Warnemünde zurückzuführen.

GELSEN-NET: Auf dem Weg zum führenden Glasfaseranbieter der Region
Das Geschäftsjahr 2020 der GELSEN-NET wurde mit einem Jahresdefizit von 922 T. Euro abgeschlossen. Damit fällt das geplante negative Ergebnis deutlich besser aus, als es im Wirtschaftsplan 2020 mit einem Fehlbetrag von 1,82 Mio. Euro geplant war. Der Fokus der strategischen Ausrichtung des Unternehmens lag im Geschäftsjahr 2020 sowohl auf der Planung und Realisierung von breitbandigen Glasfaser-Projekten als auch in der strategischen Positionierung als regionaler IT-Systemdienstleister mit individuellen Lösungskonzepten.

Zum Jahresende waren bereits mehr als 15.000 Wohneinheiten und über 1.000 Geschäftskunden an das GELSEN-NET Glasfasernetz direkt bis in die Wohnung angeschlossen, Ende 2021 sollen es bereits über 21.000 Wohneinheiten sein. Die im Jahr 2019 gewonnene Ausschreibung des Breitband-Förderprojekts im Kreis Recklinghausen für die Städte Castrop-Rauxel, Herten und Recklinghausen wurde in 2020 weiter umgesetzt und stellt das größte Ausbauprojekt der Firmengeschichte dar. Bei dem mit 8,8 Mio. Euro geförderten Breitbandausbau handelt es sich um rund 1.300 Haushalte, 163 Unternehmen und 90 Schulen, die ans schnelle Glasfasernetz angebunden werden. Der Netzausbau in den drei Städten im Rahmen des Förderprojekts beläuft sich auf insgesamt etwa 196 Kilometer. Ende 2020 konnte ein Ausbaustand von 83 Prozent (165 Kilometer) der Gesamttrasse erreicht werden.

Die Entwicklung der Gesellschaft ist geprägt durch hohe Investitionen insbesondere im Rahmen des Breitband-Förderprojekts im Kreis Recklinghausen sowie die Anbindung einer Marler Baugesellschaft an das Glasfasernetz und den damit zusammenhängend erhöhten Finanzierungskosten.

Ausblick: Finanzielle und strategische Ausrichtung der SG-Gruppe
Die SG-Gruppe erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2021 auch unter Berücksichtigung der aktuellen Corona-Beschränkungen ein negatives Ergebnis im Bereich zwischen 8 und 9 Mio. Euro. Ursache für diesen erheblichen Fehlbetrag sind die Erlösrückgänge im Bereich Netzentgelte bei weiterhin hohen Verlusten in den Bereichen SPORT-PARADIES und Bäder, ZOOM Erlebniswelt sowie emschertainment. Darüber hinaus stehen weiterhin hohe Investitionen in den einzelnen Unternehmen und Unternehmensbereichen an, um das Kerngeschäft weiter zu sichern.

Nach einem Wechsel der Geschäftsführung im April 2021 übernahm Harald Förster die Geschäfte der Stadtwerke Gelsenkirchen GmbH. „Wie wir an den Ergebnissen der SG und der Tochtergesellschaften erkennen können, stehen wir als SG-Gruppe vor wirtschaftlichen Herausforderungen in bislang nie dagewesener Größenordnung.“, fasst Förster die Situation des Konzerns zusammen. „Die sich ändernden energiepolitischen Rahmenbedingungen und unsere eigenen Kostenstrukturen sowie eine zu geringe Kapitalausstattung machen der SG-Gruppe zu schaffen. Die Verluste sind nur zu einem kleinen Teil coronabedingt, größtenteils handelt es sich um ein strukturelles Defizit. Wir müssen innerhalb des Konzerns erhebliche strukturelle Änderungen vornehmen, um die SG wirtschaftlich und finanziell wieder zu stabilisieren. Hierzu führen wir intensive Gespräche mit der Gesellschafterin. Neben einer kritischen Überprüfung unserer eigenen Struktur wird jedoch die Reduzierung des aktuellen Leistungsangebotes oder regelmäßige städtische Finanzhilfe unumgänglich sein.“

„Die Notwendigkeit von Veränderungen in allen Unternehmensbereichen ist nicht mehr von der Hand zu weisen. Der Aufsichtsrat wird sich in den nächsten Monaten intensiv mit der wirtschaftlichen Entwicklung der SG-Gruppe auseinandersetzen und der SG-Geschäftsführung bei der weiteren Strategie beratend zur Seite stehen.“, versichert Markus Karl, SG-Aufsichtsratsvorsitzender.

Die Verantwortlichen der SG-Gruppe beschäftigen sich mit einer umfassenden Strategieentwicklung für die nächsten Geschäftsjahre. Im Fokus des Prozesses stehen zurzeit die Analyse der Ist-Situation und daraus abzuleitende Maßnahmen, um gemeinsam mit der Gesellschafterin eine tragfähige Finanzierung aufbauen zu können.

„Für die Umsetzung des Restrukturierungskurses benötigen wir die Unterstützung der Stadt als unsere Anteilseignerin. Schließlich profitieren letztendlich alle Seiten davon, wenn die SG-Gruppe handlungsfähig bleibt und ihren Beitrag für den Standort Gelsenkirchen auch in Zukunft leisten kann. Und das wird sie, davon bin ich überzeugt.“, beteuert Harald Förster.

Ausblick: Unternehmen und Unternehmensbereiche
REVIERDIALOG
ist seit kurzem als zertifizierter Bildungsträger nach Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) offiziell anerkannt. Dadurch kann ab sofort die Weiterbildung zum Kundenberater im Dialogmarketing (w/m/d) im Rahmen einer zwölfwöchigen, praxisorientierten Weiterbildung für bildungsgutscheinberechtigte Personen angeboten werden. Zukünftig soll das Akademie-Portfolio von REVIERDIALOG weiter ausgebaut werden.

Das Bäderkonzept der Stadt Gelsenkirchen wurde aufgrund der Teilnahme an dem Wettbewerb für den Neubau der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung (HSPV NRW) angepasst. Ein zeitnaher Abriss des Zentralbads wurde in diesem Rahmen bereits beschlossen. Auch wenn Gelsenkirchen wider Erwarten mit der Bewerbung nicht erfolgreich sein sollte, ist die Errichtung eines neuen modernen Schwimmbads am Standort des alten Zentralbads geplant. Die SG und die Stadt Gelsenkirchen haben ein Konzept erarbeitet, das das Schul- und Vereinsschwimmen für die Übergangszeit im SPORT-PARADIES sicherstellt.

Wie das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW in Aussicht gestellt hat, wird es eine Neuauflage der Corona-Hilfen für die nordrhein-westfälischen Zoos geben. Es werden Hilfsgelder in Höhe von rund 8,4 Mio. Euro bereitgestellt. In diesem Jahr hofft die ZOOM Erlebniswelt auf eine weitere Unterstützung vom Land NRW.

Momentan ist noch nicht abzusehen, wie sich die Veranstaltungsbranche im Hinblick auf die Corona-Pandemie entwickeln wird. Die Mitarbeiter*innen der emschertainment konzentrieren sich aktuell auf die Programmplanung für das Jahr 2022. Bis zum Jahresende plant die emschertainment Testveranstaltungen in der Heilig-Kreuz-Kirche, um den regulären Spielbetrieb dann ab Januar 2022 starten zu können.

Der zwischen der GELSEN-LOG. und BP bestehende Vertrag führt mittelfristig zu einer deutlichen Erhöhung der Transportmengen bei GELSEN-LOG. Im Geschäftsjahr 2021 sind weitere umfangreiche Ersatzinvestitionen in die Eisenbahninfrastruktur des Hafens Gelsenkirchen geplant.

Der Ausbau des Glasfasernetzes im Rahmen des Breitband-Förderprojekts im Kreis Recklinghausen ist seit Ende Juni zum Großteil fertiggestellt. Für die Jahre 2021 und 2022 werden bei GELSEN-NET aufgrund der Investitionskosten für den weiteren Glasfaserausbau negative Jahresergebnisse eingeplant, bevor ab 2023 wieder positive Jahresergebnisse erwartet werden.

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