Stadtwerke Gelsenkirchen GmbH und Tochtergesellschaften ziehen für 2021 Bilanz

von Janin Meyer-Simon

Coronabedingte Herausforderungen und strukturelle Anpassungen prägten das Geschäftsjahr

  • Konzernverlust von rund 7,1 Millionen Euro
  • Telekommunikation, Strom- und Gasnetze sowie Freizeitangebote bleiben größte Umsatzträger
  • Neue Tochtergesellschaft Stadtwerke Gelsenkirchen Netz GmbH gegründet
  • REVIERDIALOG: Wachstum trotz Corona
  • SPORT-PARADIES und Bäder: Auswirkungen der Pandemie bei den Bädern besonders spürbar
  • ZOOM Erlebniswelt: Dreifacher Löwennachwuchs und bester Zoo Deutschlands
  • emschertainment: Start der Heilig-Kreuz-Kirche
  • GELSEN-LOG.: Investitionen in die Infrastruktur zahlen sich aus
  • GELSEN-NET: Glasfaserausbau und smarte Geschäftsbereiche

Gelsenkirchen, 09. Juni 2022. Die Geschäftsführung der Stadtwerke Gelsenkirchen GmbH (SG) hat dem Aufsichtsrat in der gestrigen Sitzung das Jahresergebnis des Geschäftsjahres 2021 vorgestellt. Die SG und ihre Tochtergesellschaften schließen dieses mit einem Konzernverlust in Höhe von rund 7,1 Mio. Euro (Vorjahr: 7,3 Mio. Euro) ab. Insgesamt entwickelte sich die Ertrags- und Vermögenslage des Konzerns besser als erwartet. Die SG-Gruppe (REVIERDIALOG, SPORT-PARADIES und Bäder, ZOOM Erlebniswelt, emschertainment, GELSEN-LOG. und GELSEN-NET) erzielte im Jahr 2021 Umsatzerlöse in Höhe von 59,2 Mio. Euro (Vorjahr: 61,6 Mio. Euro). Die Bilanzsumme des Konzerns steigerte sich insbesondere aufgrund der Investitionen in die Energie- und Telekommunikationsnetze um rund 4,5 Prozent. Die Liquidität der SG-Gruppe ist weiterhin stabil und ihr Bestand durch den Fehlbetrag nicht gefährdet.

Dennoch blieb auch für das Geschäftsjahr 2021 das Umfeld der SG-Gruppe komplex. Es wurde nicht nur durch coronabedingte Herausforderungen, sondern auch strukturelle Anpassungen geprägt. „Hinter uns liegt ein weiteres wirtschaftlich schwieriges Jahr und auch die nächsten Jahre werden ein Kraftakt für die SG-Gruppe. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass wir 2021 die ersten entscheidenden strategischen Schritte unternommen haben, um uns für die geänderten Rahmenbedingungen zukunftsfest aufzustellen“, betont Geschäftsführer Harald Förster. In einer Reihe von Projekten stehen die weitere Ausgestaltung und Umsetzung einer neuen Unternehmensstrategie sowie die Optimierung interner Prozesse und Strukturen im Mittelpunkt.

Telekommunikation, Strom- und Gasnetze sowie Freizeitangebote bleiben größte Umsatzträger
Wesentliche Säulen der Geschäftstätigkeit der SG-Gruppe bleiben auch im Geschäftsjahr 2021 die Telekommunikation, die Verpachtung der Strom- und Gasnetze sowie die vielfältigen Freizeitangebote für die Gelsenkirchener*innen. Die Tochtergesellschaft GELSEN-NET trägt 23,5 Mio. Euro (Vorjahr: 24,9 Mio. Euro) zum Umsatz bei. Die Freizeitbereiche der SG-Gruppe (SPORT-PARADIES und Bäder, emschertainment und ZOOM Erlebniswelt) erbrachten zusammen Umsatzerlöse in Höhe von 11,2 Mio. Euro. Das Strom- und Gasnetzgeschäft erzielte im Berichtsjahr Erlöse in Höhe von rund 8,8 Mio. Euro, das waren 24 Prozent weniger als im Vorjahr (10,9 Mio. Euro).

Neue Tochtergesellschaft Stadtwerke Gelsenkirchen Netz GmbH gegründet
Da es absehbar ist, dass die Pachterlöse für Strom- und Gasnetze in den nächsten Jahren geringer ausfallen werden, hat die Geschäftsführung nun eine Gegensteuerungsmaßnahme eingeleitet. Um dem Risiko einer Schmälerung der Erlösobergrenze aufgrund der aktuellen Regulierungspraxis durch die Bundesnetzagentur entgegenzuwirken und damit die Ertragskraft der Stromnetzverpachtung der SG langfristig zu sichern, wurde am 10. Dezember 2021 eine hundertprozentige Tochtergesellschaft, die Stadtwerke Gelsenkirchen Netz GmbH (SG Netz), gegründet. Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt 25.001,00 €. Alleinige Gesellschafterin ist die Stadtwerke Gelsenkirchen GmbH. Gegenstand des Unternehmens ist die Planung, der Bau, die Finanzierung, der Betrieb sowie die Verpachtung von Strom- und Gasversorgungsanlagen und Telekommunikationsnetzen und -anlagen. Am 16. Dezember 2021 wurde von der SG das gesamte im Gebiet der Stadt Gelsenkirchen gelegene Stromverteilnetz im Bereich Mittel- und Niederspannung sowie zum Strom zugehörige Telekommunikationsnetze und -anlagen auf die SG Netz übertragen.

REVIERDIALOG: Wachstum trotz Corona
Der Spezialist für maßgeschneiderte Branchenlösungen mit Schwerpunkt Kundenkommunikation, insbesondere in den Bereichen Energie- und Abfallwirtschaft, Freizeit und Kultur, Telekommunikation sowie kommunale Dienste kam auch im zweiten Corona-Jahr stabil durch die Pandemie. REVIERDIALOG verzeichnete 2021 einen Umsatzerlös in Höhe von 7,1 Mio. € (Vorjahr: 6,7 Mio. €) und bediente 973.868 Kundenkontakte.

Nach der guten Zusammenarbeit mit der Stadt Gelsenkirchen im Rahmen der Corona-Hotline konnte REVIERDIALOG mit der Beschwerdehotline der Leitstelle für öffentliche Sicherheit und Ordnung eine weitere kommunale Dienstleistung für sich gewinnen. Die hohe Servicequalität führte auch bei einem Mönchengladbacher Entsorgungsbetrieb dazu, dass der Vertrag erneut um weitere zwei Jahre verlängert wurde. Ebenfalls erfreulich ist die Entwicklung im Bereich der Schulungs- und Weiterbildungsangebote. REVIERDIALOG ist seit Mai 2021 als zertifizierter Bildungsträger nach Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) offiziell anerkannt. Dadurch ist von unabhängiger Seite bestätigt, dass die Weiterbildung zum „Kundenberater im Dialogmarketing (w/m/d)“ von REVIERDIALOG den strengen staatlichen Qualitätsrichtlinien der Arbeitsführung entspricht. Expertise und Kompetenz im Bereich des telefonischen Kundenservice werden in einer zwölfwöchigen, praxisorientierten Weiterbildung an bildungsgutscheinberechtigte Personen weitergegeben.

SPORT-PARADIES und Bäder: Auswirkungen der Pandemie bei den Bädern besonders spürbar
Auch 2021 standen die Gelsenkirchener Bäder primär unter dem Einfluss der Corona-Situation. Die ersten Bahnen konnten Anfang Juni im Freibad des SPORT-PARADIES gezogen werden. Unter erhöhten Schutz- und Hygienemaßnahmen und den Anforderungen der jeweils gültigen Coronaschutzverordnung war der Badebetrieb bis zum Ablauf des Geschäftsjahres nur mit Einschränkungen möglich. Hinzukam, dass durch die Schließung des Zentralbades die Wasserzeiten der dort ansässigen Schulen und Vereine ins SPORT-PARADIES verlegt wurden.

Dies hat zur Folge, dass die öffentlichen Nutzungszeiten für Schwimmer*innen auf die Wochenend- und Ferienzeiten beschränkt werden. Zur Freude der Gäste wurde der Eintrittspreis aufgrund der Angebotsbeschränkungen im SPORT-PARADIES um 30 Prozent reduziert. Dadurch sanken die Umsatzerlöse insgesamt signifikativ. Zusammengefasst besuchten im letzten Jahr 120.466 Gäste (Vorjahr: 206.996) die Bäder in Gelsenkirchen. Der Bäderbetrieb erzielte Umsatzerlöse in Höhe von rund 368.000 Euro (Vorjahr: 1 Mio. Euro).

Aufgrund der positiven Rahmenbedingungen, die die Emscher-Lippe-Halle schon im Jahr 2015 als Flüchtlingsunterkunft und im Jahr 2020 als Corona-Fieberambulanz unter Beweis stellen konnte, wurde sie auf Wunsch der Stadt Gelsenkirchen zum 15. Dezember 2020 für die Nutzung als Impfzentrum ausgewählt. In der Konsequenz ist die Eissaison 2020/2021 ausgefallen. Der Betrieb der Emscher-Lippe-Halle als Impfzentrum endete zum 15. Oktober 2021. Bedingt durch die aufgrund der Corona-Varianten Omikron respektive Delta wieder rasant steigenden Infektionszahlen wurde die Halle zum 01. Dezember 2021 durch die Stadt Gelsenkirchen erneut als stationäres Impfzentrum genutzt. Auch die Eissaison 2021/2022 musste somit ausfallen und abgesagt werden.

ZOOM Erlebniswelt: Dreifacher Löwennachwuchs und bester Zoo Deutschlands
Trotz pandemiebedingter Einschränkungen und verschiedener Herausforderungen kann die ZOOM Erlebniswelt insgesamt in mehreren Bereichen auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. So erhielt der Gelsenkirchener Zoo in 2021 wiederholt Auszeichnungen in Gold als bester Zoo Deutschlands (Parkscout Publikums Award) und familienfreundlichster Tierpark sowie als Service Champion (Analyseunternehmen ServiceValue).

Wie in den Jahren zuvor erfreut sich die ZOOM Erlebniswelt auch in diesem Jahr einer sehr hohen Medienpräsenz. Der Zoo bleibt beliebter Drehort und Anlass für zahlreiche Berichterstattungen in Online, Print, Hörfunk und Fernsehen. Absoluter Medienstar war Spornschildkröte Helmuth, die an einer Schultererkrankung leidet und mit Hilfe eines Rollbretts ihre Muskeln aufbaute. Hohe Aufmerksamkeit erhielt zudem im Herbst 2021 der dreifache Löwennachwuchs. Die Drillinge von Löwin Fiona haben es ebenfalls in die internationale Presse geschafft – etwa in die Washington Post oder die Taiwan News.

Trotz zahlreicher positiver Ereignisse sanken die Besucherzahlen aufgrund der im Lockdown bedingten Schließungszeit vom 01. Januar bis 11. März sowie eingeschränkter Einlassbedingungen (z. B. verbindliche Terminreservierungen, Einlass nur mit tagesaktuell negativem Coronatest, Besucherzahlbegrenzungen, etc.) erwartungsgemäß. Obgleich der ZOOM Erlebniswelt Einnahmen fehlten, konnte sie ihre Ausgaben nicht senken, da die tierischen Bewohner weiterhin versorgt werden mussten. Insgesamt gingen im letzten Jahr 606.394 Besucher*innen (Vorjahr: 532.962) im Gelsenkirchener Zoo auf die Weltreise an einem Tag. Dies ist eine Erhöhung um rund 13,8 Prozent im Vergleich zum vorherigen Corona-Jahr. Auch die Umsatzerlöse der ZOOM Erlebniswelt stiegen gegenüber dem Vorjahr um rund 2 Mio. auf 10,7 Mio. Euro an.

emschertainment: Start der Heilig-Kreuz-Kirche
Das Geschäftsjahr der emschertainment und generell die Veranstaltungsbranche war 2021 weiterhin durch Unsicherheit geprägt. Das Geschäft der emschertainment bestand hauptsächlich aus Umplanungen, Verschiebungen und Absagen. Nachdem die Bundesregierung Anfang Januar 2021 die als zweiter Corona-Lockdown bezeichneten Schutzmaßnahmen verordnete, reduzierte die emschertainment das operative Geschäft weitgehend auf die Verschiebung aller vorverkauften Veranstaltungen und das Fortsetzen der Kurzarbeit. Diese Situation blieb bis zum Mai 2021 unverändert. Ab dem Sommer 2021 wurde die Kurzarbeit reduziert und die Mitarbeiter*innen der emschertainment waren maßgeblich am Abschluss der Baumaßnahmen um die Heilig-Kreuz-Kirche und der Wiederaufnahme des Veranstaltungsgeschäfts unter den Anforderungen der jeweils gültigen Coronaschutzverordnung beteiligt.

Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit konnten dann Anfang Juli die Umbauarbeiten in der Heilig-Kreuz-Kirche in Ückendorf weitestgehend abgeschlossen werden. Um den neuen Veranstaltungsort auf Herz und Nieren zu prüfen, lud die emschertainment zum sogenannten Soundcheck in die Heilig-Kreuz-Kirche ein. Im Rahmen der fünf Probeveranstaltungen wurde eine Befragung durchgeführt, die unter verschiedenen Aspekten die Besucherzufriedenheit und Wahrnehmung des Veranstaltungsgebäudes untersuchte. Fast die Hälfte aller Besucher*innen nahm an diesem Monitoring teil. Eine sehr hohe Akzeptanz und Begeisterung für den repräsentativen Bau und seine Möglichkeiten dominierten das Ergebnis.

Insgesamt ist festzuhalten, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft im Geschäftsjahr 2021 weit von einer Branchensituation wie im Wirtschaftsjahr 2019 entfernt war. Auch die Veranstaltungen, die ab der zweiten Jahreshälfte wieder durchgeführt werden konnten, waren nur unter erhöhten Schutz- und Hygienemaßnahmen möglich. Dies führte unter anderem dazu, dass die Kosten erheblich stiegen und beispielsweise im Bereich der Einlasskontrolle ein deutlich gesteigerter Personaleinsatz erforderlich war.

Im Jahr 2021 waren die 51 Veranstaltungen (Vorjahr: 41) zu rund 79 Prozent (Vorjahr: 88 Prozent) ausgelastet. Die Gesellschaft konnte den Verlust aus dem Jahr 2020 um rund 1,6 Mio. Euro verbessern und schloss das Geschäftsjahr 2021 mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 1,2 Mio. Euro (Vorjahr: 2,8 Mio. Euro) ab. Insgesamt erzielte die emschertainment Umsetzerlöse in Höhe von rund 234.000 Euro (Vorjahr: 1,9 Mio. Euro).

GELSEN-LOG.: Investitionen in die Infrastruktur zahlen sich aus
Der Geschäftsverlauf der Gelsenkirchener Logistik-, Hafen- und Servicegesellschaft mbH, kurz GELSEN-LOG., gestaltete sich unter Berücksichtigung der witterungsabhängigen Rahmenbedingungen sowie bestimmter Sondereffekte insgesamt positiv. Trotz der Corona-Pandemie sind die Transportvolumina nicht wie gefürchtet eingebrochen. Der Umschlag im Hafen (Schiff und Schiene) liegt mit rund 1,94 Mio. Tonnen auf dem Niveau des Vorjahres. Hierbei ist die überwiegende Aktivität analog der Vorjahre im Flüssiggut- und Getreideumschlag zu verzeichnen.

Neben dem Schienenausbau hat die GELSEN-LOG. in den letzten Jahren auch in die eigene Infrastruktur investiert. Im Mai 2021 wurde der neue Lokschuppen mit integrierten Büro- und Sozialräumen fertiggestellt und bezogen. Das alte Verwaltungs- und Sozialgebäude wurde an die Bedürfnisse der Nachmieter angepasst und direkt im Anschluss an den Auszug langfristig vermietet. Die Nachfrage nach Immobilien und Nutzflächen im Hafen ist weiterhin groß.

In den nächsten Jahren soll im Stadthafen Gelsenkirchen, einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkten im Ruhrgebiet, ein Modellprojekt mit Vorzeigecharakter entstehen. Führende Unternehmen aus dem Stadthafen inklusive GELSEN-LOG., verstärkt durch weitere Organisationen aus der Stadt, haben sich zur Initiative „Klimahafen Gelsenkirchen“ zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, den Stadthafen in ein klimaneutrales Gewerbegebiet umzuwandeln. So ist dank vorhandener Leitungsinfrastruktur ein kurzfristiger Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft möglich und geplant.

Mit dem Geschäftsjahr endeten für GELSEN-LOG. auch die Aktivitäten im Geschäftsbereich der Hotellerie. Im November 2021 hat die Stadt Rostock den Pachtvertrag des Best Western Hanse Hotels erwartungsgemäß zum 31. Januar 2022 gekündigt. Die besenreine Übergabe des Gebäudes an die Stadt Rostock erfolgte am 31. Januar 2022.

GELSEN-LOG. erzielte im Geschäftsjahr 2021 einen Jahresüberschuss in Höhe von rund 1 Mio. Euro (Vorjahr: Verlust 2,1 Mio. Euro). Das Ergebnis ist trotz der Schließung des Best Western Hanse Hotels besser als ursprünglich geplant ausgefallen.

GELSEN-NET: Glasfaserausbau und smarte Geschäftsbereiche
Eine leistungsfähige Infrastruktur in der Telekommunikation stellt die Basis für die problemlose Nutzung digitaler Angebote und die Teilhabe an diesen dar. Dies hat sich insbesondere in der Corona-Pandemie einmal mehr bestätigt. Mit ihren Angeboten bietet die GELSEN-NET Kommunikationsgesellschaft mbH Privat- und Geschäftskunden die notwendige Infrastruktur für das digitale Leben. Hierbei forciert GELSEN-NET seit Jahren den Glasfaserausbau in der Emscher-Lippe-Region. Auch 2021 konnte dieses Ziel erfolgreich fortgesetzt werden.

Die im Jahr 2019 gewonnene Ausschreibung des Breitband-Förderprojekts im Kreis Recklinghausen für die Städte Castrop-Rauxel, Herten und Recklinghausen wurde in 2021 weiter umgesetzt und stellt das größte Ausbauprojekt der Firmengeschichte dar. Bei dem mit 8,8 Mio. Euro geförderten Breitbandausbau handelt es sich um rund 1.300 Haushalte, 163 Unternehmen und 90 Schulen, die ans schnelle Glasfasernetz angebunden werden. Der Netzausbau in den drei Städten im Rahmen des Förderprojekts beläuft sich auf insgesamt 196 Kilometer und sollte nach Fristverlängerung zum 30. September 2021 beendet werden. GELSEN-NET hat bis auf die Erschließung von 17 Teilnehmerobjekten den Ausbau termingerecht fertiggestellt. Für die aufgrund fehlender behördlicher Genehmigungen oder anderweitiger Behinderungen noch nicht erschlossenen 17 Teilnehmerobjekte hat der Kreis Recklinghausen eine Verlängerung des Bewilligungszeitraumes bis Ende April 2022 für das gemeinsame Fördergebiet mit der Telekom erwirkt. Nach Abschluss des Projekts wird GELSEN-NET in den Glasfaserausbau im Kreis Recklinghausen über 30 Mio. Euro investiert haben. Darüber hinaus schließt GELSEN-NET noch weitere an der Strecke liegende Haushalte und Unternehmen an. Ziel ist es, das Glasfasernetz im neuen nördlichen Marktgebiet mit Gigabitbandbreiten für Privat- und Geschäftskunden in enger Zusammenarbeit mit der GELSENWASSER AG und den entsprechenden Energieversorgungsunternehmen vor Ort stetig und vor allem nachhaltig über die nächsten Jahre auszubauen. Im Kerngeschäft des Unternehmens steht mit der Ausbauinitiative Glasfaser das langfristig ausgerichtete Ziel, den wirtschaftlichen Erfolg zu sichern.

Des Weiteren arbeitet GELSEN-NET am Ausbau eines weiteren zukunftsträchtigen Geschäftsfeldes. Mit der neuen Business Unit Smart City bietet GELSEN-NET Kommunen und Unternehmen Lösungen an, durch die sich Datenerhebungen unterschiedlichster Art realisieren lassen.

Im Geschäftsjahr 2021 erzielte die Gesellschaft einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 743.000 Euro (Vorjahr: 922.000 Euro). Hierbei fiel das Ergebnis besser aus als geplant. Der wesentliche Grund dafür ist die Verzögerung im Rahmen des Förderungsprojektes Kreis Recklinghausen und die daraus resultierende Verschiebung des Aktivierungszeitpunktes des Telekommunikationsnetzes. Dadurch fielen die Abschreibungen geringer als geplant aus. Die Gesellschaft konnte höhere Eigenleistungen aktivieren.

Ausblick: Strategische Ausrichtung der SG-Gruppe
In den folgenden Geschäftsjahren ist das Schwerpunktthema die Stabilisierung der SG-Gruppe. Hierfür hat die Geschäftsführung gemeinsam mit den Aufsichtsgremien und der Stadt Gelsenkirchen die Umsetzung einer Konzernstrategie abgestimmt, die sich vor allem mit der strukturellen Ergebnisverbesserung befasst.
„Ich sehe die SG-Gruppe auf einem guten Weg. Im letzten Geschäftsjahr konnten wir bereits die ersten Schritte zu diesem Veränderungsprozess gehen. Wir – als SG-Aufsichtsrat – und die Gesellschafterin haben in den vergangenen Sitzungen deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie den anstehenden Prozess konstruktiv begleiten werden. Mein besonderer Dank geht an die Geschäftsführung und an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SG-Gruppe, die mit ihrem Engagement, ihrem Verständnis und ihrer Loyalität in diesen schwierigen Zeiten das vergangene Geschäftsjahr positiv geprägt haben“, betont Markus Karl, SG-Aufsichtsratsvorsitzender.

Ab Juli wird außerdem Manfred Ackermann gemeinsam mit Harald Förster die Stadtwerke Gelsenkirchen GmbH führen. Gleichzeitig wird er auch Geschäftsführer der Emscher Lippe Energie GmbH. Der gebürtige Münsteraner ist aktuell noch Geschäftsführer der Stadtwerke Emden.

Ausblick: Unternehmen und Unternehmensbereiche
Im Unternehmensbereich REVIERDIALOG wird 2022 der Fokus auf die Akquise lokaler und regionaler Unternehmen sowie den Ausbau der Präsenz und die Etablierung der Marke im Revier gelegt. Durch gezielte und persönliche Verkaufsgespräche sollen die einzelnen Produkte bekannter gemacht werden. Im Bereich der Schulungs- und Weiterbildungsangebote wird REVIERDIALOG weitere Kundenberater im Dialogmarketing (w/m/d) qualifizieren und dieses Standbein weiter ausbauen.

Der Bereich SPORT-PARADIES und Bäder war insbesondere im ersten Quartal weiterhin von der pandemischen Lage geprägt. Nach einer gewissen Normalisierung und Lockerung der Coronaschutzverordnung stehen auch wieder vermehrt Veranstaltungen und ein größeres Kursangebot auf der Agenda. Für die vollständige Kompensation des Schul- und Vereinsschwimmens ist in 2022 der Bau einer Traglufthalle zur Überdachung des 50 Meter-Sportbeckens im Freibadebereich geplant. Die Traglufthalle wird nach aktuellen Erkenntnissen und Einschätzungen zu den geplanten Zeiten (September 2022) fertiggestellt.

Auch in der ZOOM Erlebniswelt sind die Corona-Lockerungen deutlich zu spüren. Dies bildet sich auch selbstverständlich im Produktportfolio ab. Besucher*innen freuen sich, dass die beliebten Veranstaltungen des Zoos wieder durchgeführt werden und auch Tierfütterungen und Tierpflegergespräche von Neuem möglich sind. Außerdem plant die ZOOM Erlebniswelt eine größere Erneuerungsinvestition, wie beispielsweise die Bedachung der Afrika Lodge für das Geschäftsjahr 2022.

Die ersten Monate im Geschäftsjahr 2022 der emschertainment haben gezeigt, dass die Pandemie das Veranstaltungsgeschäft auch 2022 weiterhin einschränken wird und mit einer weitreichenden Normalisierung der Situation erst 2023 zu rechnen ist. Größere Veranstaltungen, wie zum Beispiel Torsten Sträter oder Dieter Nuhr, die normalerweise in der Emscher-Lippe-Halle stattfinden, mussten aufgrund der momentanen Nutzungsänderung der Mehrzweckhalle abgesagt werden. Des Weiteren steht die Integration der Heilig-Kreuz-Kirche in die Programmpläne 2022/2023 im Fokus der Aktivitäten.

Auch im Geschäftsjahr 2022 sind weitere umfangreiche Ersatzinvestitionen in die Eisenbahninfrastruktur des Hafens Gelsenkirchen geplant. GELSEN-LOG. rechnet damit, dass die neue Abfüllanlage der BP Europa SE ab Herbst 2022 auch für die Abfüllung von Kerosin zugelassen wird und somit zu einer Steigerung der Transportmengen beiträgt.

Durch die strategische Ausrichtung von GELSEN-NET in Richtung hochwertiger glasfaserbasierender Zugänge bietet sich die Chance, gebündelte Sprach-, Internet- und Entertainmentangebote mit einer Bandbreite von bis zu 10 Gbit/s anzubieten. Durch die Beteiligung der GELSENWASSER AG an GELSEN-NET werden Synergien durch die Nutzung gemeinsamer Ressourcen in den Bereichen Tiefbau, Projektmanagement, Vertrieb, Telekommunikationsversorgung und IT erwartet.

Bildunterschrift: Prokurist und kaufmännischer Leiter Bernd Mensing, Aufsichtsratsvorsitzender Markus Karl, Leiterin Finanz- und Rechnungswesen Tatiana Nobbe, Geschäftsführer Harald Förster (v.l.n.r.)    

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